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Funksteckdosen
Simple Wireless Home Automation
(Autor: Hardy Scheidig)


1.1 Vorwort

Home Automation, insbesondere mittels Funkfernbedienung gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Die Fernbedienung von Steckdosen, Beleuchtungen, Rollläden, Garagentoren usw. ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern z.B. im Fall von Steckdosen und Beleuchtungen auch eine Frage der Energieersparnis.
Nicht zuletzt können funkfernbedienbare Schalter auch erheblich dazu beitragen, die Kosten der Elektroinstallation zu senken. Man denke dabei im einfachsten Fall an den Verkabelungsaufwand für multiple Wechselschalter. Bei Verwendung von funkfernsteuerbaren "Stromschaltern" können die "Kontrollschalter" ohne aufwendige Verkabelung überall angebracht werden. Die Position der "Kontrollschalter" kann zudem im Nachhinein verändert oder weitere "Kontrollschalter" hinzugefügt werden.
Neben den Vorteilen, welche die Funkfernbedienung mit sich bringt, gibt es allerdings auch Nachteile.
Es stellen sich die Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit, der Empfindlichkeit gegenüber Störungen, der Reichweite oder der Sicherheit.

Thema dieses Dokuments ist die Erörterung der Fernbedienung von Funksteckdosen sowie die Herleitung von Tests und Messungen zur Problemlösung unter Verwendung des Wireless Automation Analyzers TickyWAA sowie des Wireless Automation Generators TickyWAG.


Hardy Scheidig
(April 2012 - März 2013)


1.2 Historie

  Version   Datum   Bemerkung
  1.0   09.04.2012   Startup: Funksteckdosen
  1.1   25.11.2012   Überarbeitung , mit Fokus auf 12Bit-Tristate-Code
  1.2   25.12.2012   geringfügige Anpassungen
  1.3   30.03.2013   Änderungen im Kapitel Wireless Automation Analyzer


1.3 Urheberrechtsbestimmung

Der Inhalt dieses Werkes mit allen Texten und Abbildungen ist, soweit nicht anders gekennzeichnet, das geistige Eigentum von Hardy Scheidig. Es unterliegt den deutschen und internationalen Urheberrechtsbestimmung.
Alle Rechte vorbehalten.


2 Einführung

2.1 Überblick

Die Funkfernbedienung ist im Prinzip ein manuelle Steuerung, bei welcher der Steuerbefehl (z.B. "on" oder "off" ) mittels Funkübertragung zum Aktor (z.B. Schalter (Relais) in der Funksteckdose) übertragen wird. Die Übermittlung des Befehls ist die Aufgabenstellung der Funkfernbedienung.

Abbildung 1 - Prinzip Funkfernbedienung
Abbildung 1 - Prinzip Funkfernbedienung

Der Mensch übergibt einen Befehl sowie die zugehörige Adresse an den Sender. Dies erfolgt beispielsweise durch Drücken einer bestimmten Taste (z.B. "A-on") am Handsender.

  • Dem Tastensatz "A" ist dabei eine bestimmte Adresse zugeordnet, welche mit der Adresse des zugehörigen Empfängers übereinstimmen muss.
  • Die Adressen werden entweder durch einen Kodierschalter oder durch eine Lernprozedur festgelegt.
  • Der Befehl wird im Sender zunächst codiert, also umgewandelt in eine zu dem Befehl zugeordnete, spezielle digitale Sequenz. Diese Sequenz wird auf eine HF-Trägerfrequenz moduliert. Der Träger, und damit der Befehl, wird über eine Antenne ausgesendet.
    In der Funksteckdose befindet sich ein Empfänger. Dieser empfängt das ausgesendete Signal in entsprechend der Entfernung sowie den baulichen Bedingungen abgeschwächter Form. Der Empfänger muss dabei auf der gleichen Frequenz empfangen, wie der Sender sendet. Zusätzlich treffen beim Empfänger aber auch andere, unerwünschte Signal ein.
    Diese sind:

  • "allgemeine Störungen", welche durch Energiesparlampen, Elektromotoren, oder andere Aussendungen auf der Empfangsfrequenz hervorgerufen sind.
  • oder "systemverwande Störung", welche beispielsweise durch ein Funksteckdosensystem des Nachbarn hervorgerufen sind.
  • Der Nachbar hat beispielsweise das gleiche Funksteckdosenset und benutzt möglicherweise die gleichen Adressen.
  • Im Empfänger wird das HF-Signal zunächst demoduliert, so dass im Idealfall die ursprüngliche digitale Sequenz zurückgewonnen wird. Anschließend wird die Sequenz noch decodiert und die befohlene Aktion ausgelöst.
    Der Empfänger muss wissen, auf welche Art und Weise der ursprüngliche Befehl codiert wurde, um die Information zurückzugewinnen. Die Art und Weise der Codierung und Modulation wird im Weiteren als Übertragungsprotokoll bezeichnet.

    Unter idealen Bedingungen, dass heißt idealer Sender, keine Störungen und idealer Empfänger, würde das Konzept der Funkfernbedienung einwandfrei funktionieren. Bei der praktischen Umsetzung ergeben sich technische Aufgabestellungen, welche mehr oder weniger gut gelöst sind.

    Abbildung 2 - Funksteckdosen und Handsender
    Abbildung 2 - Funksteckdosen und Handsender

    Im Folgenden werden die einzelnen Punkte genauer untersucht. Die Untersuchung beschränkt sich zunächst auf die sehr häufig zur Anwendung kommenden, preiswerten Funksteckdosen, welche einzeln oder als Sets in Baumärkten, Supermärkten oder von Elektronikhändlern angeboten werden. Manche dieser Produkte verwenden unter andern ein Übertragungsprotokoll, welches dem hier behandelten den 12Bit-Tristate-Code ähnelt.

    Siehe auch
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fernbedienung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Funktechnik

    2.2 Übertragungsprotokoll des 12Bit-Tristate-Code

    Datagramm:
    Für die Funkfernbedienung von Funksteckdosen wird unter anderen ein einfaches Protokoll ohne Rückmeldung und ohne
    Vorwärtsfehlerkorrektur verwendet.
    Für jeden Befehl wird ein 12 bit Datagramm übertragen. Diese 12 bit können dabei jeweils einen von 3 möglichen logischen Zuständen annehmen (Tristate Encoder).

      Zustand   Pegel
      0   Gnd
      f   floating (offen)
      1   Vcc

    Beispiel: 00000F0FFF0F

    Bei vielen Funksteckdosen kommen nur die Zustände "0" und "F" zur Anwendung.

    Das Datagramm ist logisch (von der Bedeutung her) in drei Teile unterteilt.

  • Dem "Hauscode", welcher gewissermaßen dazu dienen soll das eigene Funksteckdosenset von dem des Nachbarn zu unterscheiden.
  • Dem "Unitcode", welcher zur Unterscheidung der einzelnen Steckdosen dient.
  • Dem "Status", welcher den eigentlichen Befehl "on" oder "off" repräsentiert.
  • Je nach Hersteller werden mehr oder weniger Bits dem jeweiligen Teil zugeordnet.
    Beispielsweise werden

  • 5bit dem Hauscode
  • 5bit dem UnitCode
  • und 2bit dem Status
  • zugeordnet.


    Frame:
    Auf physikalischer Ebene wird das 12bit Datagramm in ein Codewort (eine spezielle Codesequenz) übersetzt. Zur Erhöhung der Übertragungssicherheit werden mehrere Codeworte (z.B. 4 oder auch 6) hintereinander gepackt und ergeben damit einen "Frame".
    Die HF-Trägerfrequenz wird dann mit diesem Frame amplitudenmoduliert und als HF-Burst (also eine gewisse Dauer während der der Sender aktiv ist) gesendet.

    Abbildung 3 – Frame-Aufbau
    Abbildung 3 – Frame-Aufbau


    Codewort:

    Abbildung 4 - Codewort
    Abbildung 4 - Codewort

    Ein Codewort besteht insgesamt aus 13 Feldern im weiteren auch "Waveforms" genannt.

  • 12 Bit-Waveforms , welche die 12 Bits des Datagramms repräsentieren.
  • Ein Bit-Waveform ist 32 Oszillator Takte (32* tOsc ) lang.
  • Siehe --> Abbildung 5 – Bit-Waveforms
  • und ein Sync-Waveform, welches das Ende eines Codewortes markiert.
  • Ein Sync-Waveform ist 128 Oszillator Takte (128* tOsc ) lang.
  • 4 Takte "high" und 124 Takte "low"
  • Abbildung 5 – Bit-Waveforms
    Abbildung 5 – Bit-Waveforms

    Waveform Oszillator Frequenz:

    Die Frequenz des Waveform Oszillators fosc (auch als Base band clock bezeichnet) ist nicht genau spezifiziert und hängt vom Hersteller (den verwendeten Encoder-Chip sowie dessen äußerer Beschaltung) ab.
    Typisch sind Frequenzen im Bereich 8kHz..12kHz.

    Es ergeben sich beispielhaft folgende (typische) Größen.

  • Osczillator Frequenz :               fosz = 8kHz ..12kHz
  • Dauer einer Bit-Waveform :         tBit = 4ms .. 2.67ms
  • Dauer eines Codewortes:           tcw = 64ms .. 42.67ms
  • Dauer einen Frames (4 CW):     tframe = 256ms .. 170.7ms
  • 2.3 Funkstrecke

    Die Funkübertragungen erfolgt im Frequenzbereich des ISM-Bandes. Insbesondere werden zwei Frequenzen 433.92 MHz und 868.3 MHz genutzt. Beide weise Vor- und Nachteile auf.

      Frequenz   433.92 MHz   868.3 MHz
    Vorteile Die Anschaffungskosten sind sehr niedrig. Das 868 MHz Subband ist in Deutschland noch viel weniger benutzt als das 433 MHz Subband. Es sind weniger Störungen und Kollisionen zu erwarten. Die Zuverlässigkeit ist dadurch höher.
    Nachteile Das 433 MHz Subband ist umfangreich belegt. Das Subband wird nicht nur für Funksteckdosen sondern auch für Funkthermometer, Babyphones, Funk-Alarmanlagen , Funk-Kopfhörer ,… benutzt.
    Störungen und Kollisionen sind wahrscheinlich.
    Die 868 MHz Funksteckdosen sind viel teurer (etwa doppelt so teuer) als die 433 MHz Funksteckdosen. Der höhere Preis ergibt sich nur aus der vermeintlich höheren Zuverlässigkeit, welche sich aus der geringeren Belegung des Bandes ergibt.


    2.4 Sender

    Für die Fernsteuerung von Funksteckdosen kommen als Sender hauptsächlich Handsender zum Einsatz. Es gibt aber auch Produkte (beispielsweise den TellStick) , welche es ermöglichen, die Funksteckdosen von einem PC aus anzusteuern.

    Die folgenden Bilder zeigen das Innenleben eines Handsenders.

    Abbildung 6 - Handsender (Batterieclip, 433MHz Quarz, Tastatur, Kontroll-LED)
    Abbildung 6 - Handsender (Batterieclip, 433MHz Quarz, Tastatur, Kontroll-LED)

    Abbildung 7- Handsender (Antennenschleife, Encoder-Chip, HF-Teil, Kodierschalter)
    Abbildung 7- Handsender (Antennenschleife, Encoder-Chip, HF-Teil, Kodierschalter)

    Für die Codierung des Datagramms kommen speziell dafür entwickelte Chips (Chip-Sets im Zusammenhang mit den Empfänger-Chips) wie beispielsweise

  • PT2262
  • HX2262
  • SC5262
  • zum Einsatz.

    Die folgende Abbildung zeigt ein Schaltungsbeispiel aus dem Datenblatt des PT2262 (Princeton Technology)

    Abbildung 8- Application Circuit PT2262
    Abbildung 8- Application Circuit PT2262

    Der 4.7MOhm Widerstand an Pin 15 und 16 ist bestimmend für die Waveform Oszillator Frequenz.

    2.5 Empfänger

    Die Empfänger in den Funksteckdosen bestehen aus dem HF-Teil und dem Decoder-Chip.
    Das Ausgangssignal des Decoder-Chips steuert letztlich den Aktor , also ein Relais oder einen elektronischen Schalter (Triac)

    HF-Teil:
    Dies ist der eigentliche Funkempfänger, der ,soweit es die kostengünstige Schaltung erlaubt , die Empfangsfrequenz selektiert und die AM-Demodulation durchführt.

    Decoder Chip:
    Der Decoder-Chip ist verantwortlich, die Adresse und den auszuführenden Befehl aus den empfangenen Codewörtern zu decodieren. Der Adressteil des decodierten Datagramms wird mit einer festgelegten Adresse (festgelegt mittels Codierschalter, oder erlernt während einer Anlernprozedur) verglichen. Stimmen die Adressen (Hauscode, Unitcode) überein wird der Datenteil (Status) ausgegeben.
    Bemerkung:
    Die Decoder-Chips sind universell ausgelegt, so dass sie beispielsweise auch für Infrarot-Fernsteuerung anwendbar sind. Wie viele der 12 Bits letztlich als Adresse und wie viele als Daten verwendet werden können, hängt vom Hersteller und der jeweiligen Anwendung ab.
    Beispiele für Decoder-Chips (Chip Sets im Zusammenhang mit den zugehörigen Encoder-Chips) sind:

  • PT2272
  • HX2272
  • SC5272
  • Hinsichtlich des Decodiervorganges ist es wichtig zu wissen, dass die Decoder-Chips für die erfolgreiche Decodierung mindestens eine identische Wiederholung des Codewortes erwarten.
    Dies dient der Verbesserung der Zuverlässigkeit.

    3 Test- und Messgrößen

    3.1 Überblick

    Die Funkübertragung Sender zu Empfänger (Funksteckdose) ist durch bestimmte Parameter charakterisiert. Diese Parameter müssen vom Sender als auch vom Empfänger innerhalb bestimmter Toleranzen eingehalten werden , um einen zuverlässige Befehlsübertragung sicherzustellen. Diese grundlegenden Parameter werden damit zu Messgrößen.

    Grundlegende Messgrößen sind:

  • die HF-Trägerfrequenz ( fHf )
  • die Waveform Oszillator Frequenz (fosc)
  • die Sendeleistung
  • die Empfindlichkeit des Empfängers
  • Auch die eigentlichen Bestandteile des Übertragungsprotokolls ergeben Aufgabenstellungen für Tests und Überprüfungen.
    Solche sind:

  • Die Überprüfung des Datagramms
  • Die Überprüfung der Codeworte
  • Die Überprüfung des Frame- Aufbaus
  • Eines der Hauptgründe für den Einsatz von Funksteckdosen ist die Absicht der Energieeinsparung. Geräte sollen vollständig vom Netz getrennt werden, um deren oft erheblichen Standby-Energieverbrauch zu verhindern. Für diese Anwendung ist es wichtig, dass die Funksteckdose selbst möglichst wenig Energie verbraucht. Der Eigenenergieverbrauch der Funksteckdose wird somit zur Messgröße.

    Nicht zuletzt ergeben sich Test- und Prüfaufgabenstellungen für das Zusammenspiel eines Funksteckdosen-Sets.

    3.2 HF-Trägerfrequenz

    Die für Funksteckdosen benutzten Trägerfrequenzen sind:

  • 433.92 MHz
  • 868.3 MHz
  • Für die optimale Funkübertragung müssen Sender und Empfänger auf der selben HF-Trägerfrequenz arbeiten. Je größer die Differenz der Frequenzen desto geringer die Reichweite und desto unzuverlässiger die Übertragung.

    Daraus ergeben sich die Messaufgaben:

  • Messung der Trägerfrequenz des Senders
  • Insbesondere bei Handsendern ist ggf. auch die Temperaturabhängigkeit von Interesse
  • Messung der Empfangsfrequenz
  • also der Frequenz, bei welcher der Empfänger die höchste Empfindlichkeit aufweist.
  • 3.3 Waveform Oszillator Frequenz

    Die Waveform Oszillator Frequenz ist entscheidend für die Dauer des "high / low" Anteils der Bit /Sync -Waveform. Die Dauer (Pulsebreite) ist wichtig für die Entscheidung, welches Bit übertragen wurde. Da in den üblichen Handsendern der Waveform Takt mittels kostengünstiger RC-Oszillatoren generiert wird, ist mit erheblichen Toleranzen zu rechnen.

    Daraus ergeben sich die Messaufgaben:

  • Messung der Waveform Oszillator Frequenz des Senders.
  • Messung des Bereiches der Waveform Oszillator Frequenz bei welcher der Empfänger noch in der Lage ist, das empfangene Signal korrekt zu decodieren.
  • 3.4 Sendeleistung

    (in Bearbeitung)

    3.5 Empfängerempfindlichkeit

    (in Bearbeitung)

    3.6 Frame- Aufbau und Datagramm

    Die Überprüfung des eigentlichen Datagramms ist ein essenzieller Test. In diesem Zusammenhang gilt es auch den Frame-Aufbau zu überprüfen.

    Messaufgaben:

  • Welches Datagramm wurde übertragen
  • Wie viele Codeworte enthält der gesendete Frame und waren diese Codewort korrekt.
  • Enthält der Frame zu wenige Codewortwiederholungen (Zwei ist das Minimum) sinkt die Übertragungszuverlässigkeit.
  • Enthält der Frame zu viele Codeworte wird evtl. unnötig lange gesendet. Die Lebensdauer der Batterie des Handsenders wird dadurch verringert. Dies spielt eine Rolle, da die Kosten der zumeist besonderen Batterien im Vergleich zu den Anschaffungskosten des gesamten Funksteckdosen-Sets teuer sind.
  • Falsche Codeworte können dazu führen, das ungewollt ein anderes Gerät (nicht nur Funksteckdosen benutzen diese Art der Fernbedienung) angesprochen wird
  • Auf der Empfängerseite stellt sich die Frage, wie viele gleiche Codeworte im Frame enthalten sein müssen, damit die Funksteckdose reagiert und ob diese die richtige Funktion ausführt.
  • Der Empfänger könnte auch auf falsche Datagramme reagieren oder die falsche Aktion auslösen.
  • 4 Wireless Automation Analyzer

    4.1 Überblick

    Funksteckdosen sind hart kalkulierte Produkte. Dies führt dazu, dass nicht unbedingt die technisch optimale Lösung im Endprodukt Anwendung findet. Die Trefferanzahl entsprechender Schlagwörter bei einer Internetrecherche belegt, dass es eine Vielzahl von Probleme, Fehlfunktionen und Unzulänglichkeiten im Zusammenhang mit Funksteckdosen oder auch Funkfernsteuerungen im Allgemeinen gibt.

    Zum Auffinden der Ursachen für Fehlfunktionen benötigt man ein geeignetes Messmittel, den Wireless Automation Analyzer. Insbesondere ist ein solcher Analyzer nützlich für Elektroinstallateure, wenn diese bei Haus- oder Wohnungsinstallation funkferngesteuerte Schalter verwenden.
    Auch für die Hersteller von Funksteckdosen ist ein solcher Analyzer sehr nützlich. So kann man die Funktionalität von Funksteckdosen-Sets testen und die Performance optimieren. Die damit einhergehende Qualitätsverbesserung steigert den Marktwert und hilft teuere Rückrufaktionen zu vermeiden. (Beispiel :
    Rueckruf-Funksteckdosen)

    Der Wireless Automation Analyzer "TickyWAA" ist eine Zusammenstellung von Geräten und Programmen zur Problemlösung, zum Test, zur Vermessung und Optimierung von Funksystemen, dass auch bei den in diesem Dokument behandelten Funksteckdosen Anwendung findet.
    Siehe auch --> Wireless Automation Analyzer

    4.2 Lösung für den 12Bit-Tristate-Code

    Die Beschreibung der betreffenden Applikation des Wireless Automation Analyzers ist mit --> Wireless Automation Analyzer : Kapitel 4.2 gegeben.

    An dieser Stelle sei nur ein Beispiel für ein real gemessenes, fehlerhaftes Signal eines Handsenders für eine Funksteckdose dargelegt.

    Abbildung 10 - TickyWAA User Interface 2
    Abbildung 10 - TickyWAA User Interface 2

    Bemerkenswert ist, dass von den vier gesendeten Codewörtern, welche alle gleich sein sollten, nur 3 Codewörter gleich sind.
    Das obere Bild im Waveform Viewer zeigt den Signalverlauf für das dreifach gesendete Codewort, das untere Bild zeigt den Signalverlauf für das einfach gesendete Codewort.
    Der Handsender sendet zuweilen einfach den falschen Code.

    5 Wireless Automation Generator - TickyWAG

    5.1 Überblick

    TickyWAG ist die Generator - Komponente für das Wireless Automation Testsystem.
    Es deckt die Funktionalitäten ab, welche für

  • Rx-Messungen
  • Messungen, welche die Eigenschaften des Empfängers (also hier der Funksteckdose) beurteilen.
  • PC gesteuerte Home Automation
  • Steuerung von Funksteckdosen durch einen PC.
  • Dies ermöglicht die Automatisierung des Schaltens von elektrischen Geräten.
  • Schaltvorgänge können zu bestimmten Zeiten oder auch in Abhängigkeit zu anderen Events ausgelöst werden.
  • Damit ist es auch möglich Geräte über Netzwerk oder das Internet und dadurch mittels Mobil-Telefon zu steuern.
  • benötigt werden.

    5.2 Funktion für den 12Bit-Tristate-Code

    Die folgende Abbildung zeigt das User-Interface des Wireless Automation Generators, wie es für den Test von Funksteckdosen zur Anwendung kommt.

    Abbildung 11 - TickyWAG User Interface1 Abbildung 11 - TickyWAG User Interface2
    Abbildung 11 - TickyWAG User Interface1 und 2

    Datagram:
    Das Datagramm beinhaltet die eigentliche übermittelte Information. Siehe -->
    Übertragungsprotokoll
    Anstatt eines festen Wertes {0,1,F} kann hier auch "x" eingetragen werden. Dies hat zur Folge, dass für "x" der Reihe nach die unter "x-Permutation" eingetragenen Zeichen eingesetzt werden.
    Diese Funktionalität ermöglicht es im Testfall ein ganzes Set von Datagrammen (Multiframes) zu testen. Für die praktische Home Automation Anwendung ermöglicht es das Schalten mehrerer Geräte auf einmal.

    Beispiel:
    Datagram: "0000 FFFF FFxx"; x-Permutation: "0 F"
    => hat zur Folge, dass bei "Transmit Frame" automatisch vier Datagramme
    ("0000 FFFF FF00"; "0000 FFFF FF0F"; "0000 FFFF FFF0"; "0000 FFFF FFFF")
    gesendet werden.

    Nof Words:
    Gibt die Anzahl der Codeworte an, aus denen der Frame zusammengesetzt werden soll.
    Siehe --> Übertragungsprotokoll

    Oscillator Frequency:
    Frequenz des Waveform Oszillators (Basisband Taktfrequenz) Siehe --> Übertragungsprotokoll

    Burst Length:
    Gibt die Dauer des Bursts aus HF-technischer Sicht an. Es zeigt, wie lange die HF-Trägerfrequenz durch die Sendung belegt sein wird.
    Bemerkung:
    Die "Low"- Phase des letzten Sync- Waveforms ist in diesem Wert nicht enthalten.

    Transmit Frame:
    Mit diesem Aktions-Button kann man den aktuellen Frame sofort aussenden.

    Start Scheduler:
    Dieser Aktions-Button startet den automatischen Planer zum Aussenden von Datagrammen zu einer bestimmten Zeit mit einer vorgebaren Wiederholrate. Wenn der "Scheduler" aktiviert ist, werden Frames entsprechend der gewählten Konfiguration ausgegeben.
    Die Konfiguration wird mittels Konfigurationsfile (editierbares Text-File siehe --> Konfigurationsfile ) vorgegeben.

    Frame (…):
    Gibt dann die Frame-Nummer sowie die geplante Sendezeit des nächsten zu sendenden Frames an. Die zeitlich Angabe erfolgt im Format "JJJJ.MM.TT HH:MM:SS"

    Repetition:
    Gibt die Wiederholrate des Frames im Format "JJJJ.MM.TT HH:MM:SS" an.

    Abbildung 12 - TickyWAG im Scheduler-Mode
    Abbildung 12 - TickyWAG im Scheduler-Mode

    Hardware:
    Unter dem Menüpunkt "Device" kann man den Transmitter auswählen.

  • Soundkarte:
  • Das Basisband-Signal wird über die Soundkarte ausgegeben.
  • Der Ausgang der Soundkarte kann an den Modulatoreingang eines Sendemoduls angeschlossen werden.
  • Über diesen Weg können aber auch Sendemodule angesteuert werden, welche als Soundkarte (entsprechender USB-Treiber) ins PC-System eingebunden sind.
  • Abbildung 13 - TickyWAG Beispiel-Transmitter 1
    Abbildung 13 - TickyWAG Beispiel-Transmitter 1

    Abbildung 14 - TickyWAG Beispiel-Transmitter 2
    Abbildung 14 - TickyWAG Beispiel-Transmitter 2

  • Spezielle Hardware:
  • Es gibt verschiedene USB-Funk-Sticks, welche zur Steuerungen von Funksteckdosen und anderen Geräten benutzt werden können.
  • zum Beispiel der "TellStick" von der Firma Telldus --> TellStick
  • Abbildung 15 - Tellstick
    Abbildung 15 - Tellstick

    5.3 Konfigurationsfile

    Im Folgenden ist der Inhalt eines Beispiel- Konfigurationsfiles gelistet:
    "#" wird als Kommentarzeichen interpretiert.

    *******************************************************************************
    # Ticky Wireless Automation Generator Configuration Example
    #

    # Entry 1
    name[1] %q : "Tx1"
    datagram[1] %q : "00001111FFFF"
    fosc[1] %f : 10000
    nofwords[1] %f : 4
    txtime[1] %q : "2012 4 19 11 0 0" #YYYY MM DD HH MM SS
    repcycle[1] %q : "0 0 0 0 10 0" #YYYY MM DD HH MM SS

    # Entry 2
    name[2] %q: "Tx2"
    datagram[2] %q : "00000000F00F"
    fosc[2] %f : 10000
    nofwords[2] %f : 4
    txtime[2] %q : "2012 4 19 19 0 0"
    repcycle[2] %q : "0 0 0 0 17 17" #"0 0 0 0 0 0" means no repetition

    # Entry 3
    name[3] %q: "Tx3"
    datagram[3] %q : "0000FFFFFFxx"
    fosc[3] %f : 10000
    nofwords[3] %f : 4
    txtime[3] %q : "" # "txtime" is not supported for MultiFrames
    repcycle[3] %q : "" # "repcycle" is not supported for MultiFrames

    # Entry 4
    name[4] %q: "Tx4"
    datagram[4] %q : "0xx01111FFFF"
    fosc[4] %f : 10000
    nofwords[4] %f : 4
    txtime[4] %q : ""
    repcycle[4] %q : ""

    ***********************************************************************************


    6 FAQ (Frequently Ask Questions)